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akupunktur-tuinatherapie.ch - Akupunktur, Tuina Massage, Schwangerschaft und Geburt - Simone Lippuner
Japanische Akupunktur
In Japan hat sich ein eigener Akupunkturstil entwickelt. Ein grosser Unterschied zur chinesischen
Akupunktur besteht in den wesentlich feineren Nadeln die nur sehr oberflächlich unter die Haut eingeführt
werden. Diese fast schmerzfreie Methode wird von Patienten als sehr angenehm empfunden. Sie ist sehr
wirkungsvoll und auch für Menschen geeignet, die Angst vor Nadeln haben oder Patienten, die empfindlich
reagieren.
Nach der eingehenden Befragung des Patienten wird die Diagnose durch Abtasten des Bauches (Haradiagnose)
und anhand von Puls und Zunge gestellt. Das entsprechende Muster wird dann mit Akupunktur, verschiedenen
Arten von Moxibustion und Dauernadeln im Ohr oder am Körper behandelt.
Ohrakupunktur
Die Ohrakupunktur in der heutigen Form wurde vor rund 50 Jahren vom französischen Arzt Dr. P. Nogier
zu einem eigenen Therapiesystem entwickelt, das entweder kombiniert mit anderen Therapieformen oder alleine
angewandt wird. Dr. Nogier entdeckte die Verbindung zwischen dem Ohr und dem Schmerzzentrum im Gehirn. Die
Stimulation der Ohrpunkte zeigt sofortige Wirkung, Beschwerden werden gelindert.
Darum wird die Ohrakupunktur oft bei akuten Schmerzen angewandt Aber auch bei Allergien, Nikotin- oder
Drogensucht, sowie bei Essstörungen wird sie mit grossem Erfolg eingesetzt.
Moxabehandlung
Die Moxabehandlung auch als Moxibustion bekannt wird häufig zusammen mit der Akupunktur oder aber
auch getrennt durchgeführt. Der Ausdruck Moxibustion stammt aus dem Japanischen und bedeutet «brennendes Kraut».
Dabei wird die Wolle aus den getrockneten Blättern des Beifusses entweder auf Nadeln oder auf einer Unterlage
(Salz, Ingwer, Knoblauch...)oder in Form einer Zigarre über Akupunkturpunkten verglüht. Die Wärme und ihre
heilende Wirkung dringt durch die Haut in die Tiefe und stimuliert die Akupunkturpunkte und das Meridiansystem.
Auf diese Weise wird blockierte Energie wieder in den Fluss gebracht, Schmerzen werden gelindert und der
Organismus wird gestärkt. Es gibt zahlreiche Techniken der Moxabehandlung die sowohl in der Chinesischen wie
auch der Japanischen Medizin eingesetzt werden.
Tuina Massage
Als traditionelle manuelle Therapie ist Tuina ein wichtiger Bestandteil der Chinesischen Medizin. Tuina
(«Tui» heisst schieben, «Na» = greifen.) umfasst neben einer Vielzahl von Massagetechniken
und Akupressur auch aktive und passive Gelenkmobilisationen. Durch die Behandlung werden Verkrampfungen gelöst,
die Muskulatur und steife Gelenke werden gelockert, der Blutkreislauf wird angeregt. Auch das Bindegewebe, Knochen
und Knorpel werden erreicht. Oft wird Tuina bei Erkrankungen des Bewegungsapparates, bei Schmerzen oder bei
Verletzungen eingesetzt. Eine Tuinamassage hat auch grossen Einfluss auf die Meridiane und einzelne Akupunkturpunkte.
Deshalb wird sie auch bei inneren Krankheitsmuster angewandt, wie Zyklusstörungen, Bluthochdruck, Migräne etc.
Ein gesteigertes Wohlbefinden nach einer Tuinabehandlung erfahren auch Menschen mit psychischen oder emotionalen
Störungen.
Für Kinder wurde ein eigenes Tuina-System entwickelt. Siehe Kinderheilkunde, Kinder-Tuina/Shonishin.
Kinder-Tuina und Shonishin
Kinder sind keine kleinen Erwachsenen sondern sensible, eigene Lebewesen. Das ganze Meridiansystem wie auch die
Akupunkturpunkte sind bei ihnen noch nicht komplett ausgereift und deshalb sollten Kinder auch nicht wie Erwachsene
behandelt werden.
Die chinesische Kleinkindmassage «Xiao Er Zi Tuina» wie auch die Japanische Methode «Shonishin»
sind speziell auf den kindlichen Organismus abgestimmt: sanft, wirkungsvoll und ohne Nebenwirkungen.
Babies und Kleinkinder sind sehr zart in ihrer Konstitution und deshalb anfällig auf Krankheiten wie Erkältungen,
Verdauungsbeschwerden etc. Ihr Immunsystem ist noch nicht ausgebaut.
Dafür ist ihre Energie noch rein und sauber. Sie sind energetisch leicht ansprechbar und reagieren sehr schnell
auf Massage oder auch Homöopathie. Durch die schnelle Reaktion kommen sie auch schneller zur Heilung.
«Xiao Er Zi Tuina», die Kleinkindmassage wird durch ganz einfache Streichbewegungen und Drücken einzelner Punkte
meist an den Händen, Unterarmen und am Rücken durchgeführt. Dies kann auch von den Eltern problemlos erlernt werden,
sodass sie ihr Kind zuhause weiterbehandeln können.
Bei der Japanischen Kinderbehandlung «Shonishin» werden verschiedene Instrumente eingesetzt um Meridiane und Punkte
durch Streichen, Reiben und Klopfen zu stimulieren.
Eine Behandlung dauert meist nur 10 – 15 Minuten. Indikationen sind: Verdauungs- und Hautprobleme, Allergien,
Fieber, Erkältungen, Bettnässen, schwache Konstitution, emotionale Probleme wie Schlafstörungen, Angst oder auch ADHS
und Hyperaktivität.
Schwangerschaft, Geburtsvorbereitung und Geburt
In der Schwangerschaft sollten aus Rücksicht auf das werdende Kind möglichst keine Medikamente eingenommen werden.
Gerade in dieser Zeit aber treten oft verschiedene Beschwerden ein (zB. Uebelkeit, Rückenschmerzen, Atemprobleme,
Wassereinlagen, Aengste, Depressionen etc.).
Die Akupunktur als Bestandteil der Chinesischen Medizin bietet hier eine willkommene Alternative, da sie nebenwirkungsfrei
ist und somit kein Risiko für das Ungeborene.
Aber nicht nur bei Beschwerden sondern auch bei der Geburtsvorbereitung und während der Geburt setzt sich die
Akupunktur immer mehr durch. Geburtsvorbereitend werden 4-8 Sitzungen in den letzten 4 Schwangerschaftswochen durchgeführt.
Zahlreiche wissenschaftliche Studien bestätigen, dass mittels Akupunktur eine bessere Reifung des Muttermundes, eine
signifikante Verkürzung der Geburtsdauer und effektivere Wehen erreicht werden.
Für die Zeit nach der Geburt hilft die chinesische Medizin der Erschöpfung vorzubeugen, neue Energien aufzubauen und
andere Wochenbettbeschwerden schnell in den Griff zu bekommen.
Schröpfen
Schröpfen ist eine alte bewährte Therapieform, die früher auch hierzulande als Hausmittel bei beginnender Erkältung
eingesetzt wurde. Leider ist sie zunehmend in Vergessenheit geraten.
In der chinesischen Medizin wird diese Methode jedoch auch heute noch angewandt.
Durch Feuer oder Ansaugen der Luft wird in einem Schröpfglas ein Vakuum auf dem ausgewählten Hautareal erzeugt. Das
regt die Durchblutung sehr stark an, fördert die Heilung bei Inneren Verletzungen und kann Energieblockaden lösen oder
Verspannungen und Schmerzen lindern.
Durch den starken Saugreiz können auch krankheitserregende Faktoren ausgeleitet werden.
Chinesische Medizin
Die chinesische Medizin ist eine Jahrtausend alte, ganzheitliche Medizin. Mensch und Natur wie auch Körper, Geist
und Seele werden als Einheit betrachtet, einzelne Elemente werden nicht getrennt voneinander beurteilt. Als gesund
gilt ein Mensch, wenn er mit seiner Umwelt in Balance steht, wenn Yin und Yang ausgeglichen sind, das Qi (Lebensenergie)
frei fliessen kann und sich alle Energien in Harmonie und Einklang befinden.
Kommt dieses Gleichgewicht ins Schwanken, kann dies zu Beschwerden oder gar Krankheit führen.
Chinesische Akupunktur
Die Akupunktur folgt wie jede chinesische Behandlungsmethode einer genauen Diagnose. Das Diagnoseverfahren ist
grundverschieden vom Vorgehen in der heutigen westlichen Medizin und umfasst verschiedene Methoden wie das Erfassen
der Krankengeschichte und der Lebensgewohnheiten des Patienten, die Beurteilung der äusseren Erscheinung, das Aussehen
der Zunge und die Diagnose des Pulses.
Anhand der Diagnose wird ein entsprechendes Behandlungsprinzip erstellt und eine Kombination von passenden
Akupunkturpunkten ausgewählt. Diese genau definierten Punkte liegen auf 14 Meridianen (Energieleitbahnen) die
sich wie ein Netz über den ganzen Körper ausbreiten.
Durch die Reizung der Punkte mit feinen Akupunkturnadeln wird der Energiefluss reguliert die Harmonisierung des
Qi angeregt und die körpereigene Selbstheilungskraft aktiviert.
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